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Erste Hilfe für LehrerInnen für die Schulsperre

Lehrende Soziale Netzwerke

Die Schulen sind geschlossen, LehrerInnen und SchülerInnen zuhause. Und dennoch soll der Unterricht zumindest auf einem Mindestmaß weiterlaufen. Das bringt große Herausforderungen mit sich.

Worin liegt die Herausforderung?

Sie haben Großartiges geleistet in der Vorbereitung von Aufgaben und Arbeitsblättern und jetzt sind Sie mittendrin im Echtzeittest. Sie wissen, dass nicht alle Ihre SchülerInnen sich selbst organisieren können. Sie wissen auch, dass nicht alle Eltern die Zeit, das notwendige Wissen und die Nerven dazu haben, ihre Kinder neben ihren eigenen Aufgaben bei den schulischen Arbeiten zu unterstützen. Und ja, es gibt tolle Tools, aber viele davon sind zurzeit überlastet.

Was Sie tun können!

  1. Alternative Plattformen finden.

    Viele Plattformen und Tools sind überlastet – das kostet Sie Zeit und Nerven. Überlegen Sie sich daher eine Alternative, um mit Ihren SchülerInnen zu kommunizieren. Probieren Sie dabei ruhig auch unterschiedliche Tools aus, um das Beste für Sie und Ihre SchülerInnen zu finden. Alternative (aktuell) kostenlose Online-Video-Tools: Jitsi, Fairmeeting, Zoom, Roundee, Skype, Google Hangouts oder auch Webex. Hier gibts es eine Liste von über 700 eLearning Angeboten gesammelt durch Freiwillige amazingeducationalresources.com. Und hier findet man eine Übersicht von kostenlosen eLearning Angeboten von Estland education-nation.99math.com.

  2. Flexibel sein.

    Es ist wichtig, sich mit den SchülerInnen zu synchronisieren. Aber muss das unbedingt über die gleiche Plattform laufen, mit der man sonst arbeitet? Wenn das nicht klappt, weil diese überlastet ist, haben wieder alle Stress: die Kinder und auch Sie! Eventuell ist es dann hilfreich, auf das altmodische E-Mail-Schreiben zurückzugreifen. Schicken Sie Ihrer Klasse die Arbeitsaufträge für den Tag per E-Mail. Und überlassen Sie den Kindern, über welchen Kanal sie Ihnen diese am Ende des Tages zurückschicken. Geben Sie Ihren SchülerInnen mehrere Alternativen und stellen Sie so sicher, dass alle Kinder damit arbeiten können.

  3. Außergewöhnliche Zeiten = außergewöhnliche Regeln.

    WhatsApp-Gruppen sind für die Schulkommunikation zwar verboten, aber in außergewöhnlichen Zeiten gelten außergewöhnliche Regeln und man kann auch hier vielleicht einmal ein Auge zudrücken. Alternativ könnten Sie beispielsweise eine Signal- oder Telegramgruppe einrichten, diese sind aus datenschutzrechtlichen Gründen deutlich unbedenklicher. Vielleicht nutzen Sie aber ohnedies bereits SchoolFox oder ein anderes vom Ministerium empfohlenes Tool.

    • Klare Regeln aufstellen.

      Haben Sie sich auf einen oder mehrere Kommunikationskanäle geeinigt, dann schicken Sie eine Nachricht an die Kinder mit konkreten Kommunikationsregeln, wie zum Beispiel:

      • Verständnisfragen sind erlaubt
      • Eine Maximalanzahl von Beiträgen pro Kind und Tag
      • Auf Regelverstöße wird ausnahmslos reagiert
      • Fragen werden nur zu einer bestimmten Uhrzeit beantwortet
      • Fragen, die nicht dazugehören, werden nicht beantwortet
      • Wer sich nicht an die Regeln hält, bekommt eine Verwarnung
      • ...
    • Ansprüche zurückfahren.

      Sie haben unter großem Stress Arbeitsaufträge und Kopien erstellt. Schauen Sie sich kritisch an, was für Kinder selbsterklärend ist und was weiterer Erklärung bedarf. Hinterfragen Sie auch kritisch, wie Sie mit Arbeitsblättern ohne Lösungsblatt umgehen. Schauen Sie sich kritisch an, was vielleicht zu viel ist und auf einen anderen Zeitpunkt verschoben werden kann.

    • Die Grenzen im Blick behalten.

      Bedenken Sie bitte bei allen Aufgaben:

      • Haben wirklich alle die nötigen Geräte? Nicht in jeder Familie gibt es Drucker, Scanner oder ausreichend Computer. 
      • Haben wirklich alle die notwendige Software? Nicht alle SchülerInnen haben Zugang zu z. B. Word oder PowerPoint. Alternative Programme, wie WordPad sind z. B. bereits auf jedem Windows-PC vorinstalliert.
      • Können die Kinder wirklich schon gut mit den geforderten Programmen umgehen? Eventuell wird den Kindern zu viel zugemutet und sie wissen nicht, wie sie z. B. einen Aufsatz in Word schreiben können.
      • Sind die Aufgaben auch ohne zusätzliche Hilfe machbar? Nicht in allen Familien gibt es Hilfe für die Kinder, zumal die Eltern meist selbst damit zu kämpfen haben, ihre Arbeit im Homeoffice umzusetzen, keinen Firmencomputer besitzen usw.

    (Vielen Dank an unsere Saferinternet.at-Trainerin Birgitta Loucky-Reisner für die inhaltliche Unterstützung!)